Socke & Schuss - Mit herzenslust bis in die Puppen!

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Leider keine Trauminseln:
Chlamydien

Was um Himmels willen sind Chlamydien?

Nein, die Chlamydien sind keine Trauminseln in der Karibik. Mit dem Begriff ist auch keine winterharte Balkonbepflanzung gemeint. Vielmehr verbergen sich dahinter Bakterien, die sich in den Zellen der Schleimhäute vermehren und beim Sex weitergegeben werden. Chlamydien führen zu Entzündungen der Harnröhre, des Enddarms, des Rachens und (seltener) der Augen.

Und wie kriegt man die?

Die Übertragungswege sind im Prinzip dieselben, wie beim bekannteren Tripper: Beide Erreger können beim Blowjob, beim (ungeschütztem) Analverkehr und sogar beim Knutschen in die entsprechenden Schleimhäute eindringen. Auch so genannte „Schmierinfektionen“ sind möglich – etwa wenn man Gleitmitteltöpfe gemeinsam benutzt oder Dildos von Hintern zu Hintern wandern.

Wie macht sich eine Ansteckung bemerkbar?

Nicht immer ist eine Ansteckung mit Chlamydien mit deutlichen Krankheitszeichen verbunden: Bei 4 von 5 Männern (80%) verläuft eine Chlamydien-Infektion des Enddarms ohne Symptome. Haben sich die Chlamydien im Rachen festgesetzt, kommt es so gut wie nie zu irgendwelchen Krankheitszeichen. Bei einer Ansteckung der Harnröhre fühlt sich immerhin noch die Hälfte der Betroffenen komplett beschwerdefrei. In einer großen stichprobenhaften Untersuchung fanden sich bei rund jedem zehnten schwulen Mann Chlamydien – auch diese Männer fühlten sich gesund. Ist der Rachen befallen, kann es in sehr seltenen Fällen zu Halsschmerzen kommen. Machen sich die Plagegeister in der Harnröhre breit, führt das möglicherweise zu Schmerzen beim Pinkeln mit Jucken und Brennen. Manchmal fließt eine eher klare Flüssigkeit aus der Harnröhre. Bei einer Chlamydien-Infektion des Enddarms kommt es gelegentlich zu schleimig eitrigem Ausfluss, Schmerzen, Juckreiz und Durchfällen.

Wie kann man sich schützen?

Einen wirklichen Schutz vor Chlamydien gibt es aufgrund der zahlreichen Übertragungswege nicht. Da Chlamydien (wie auch der Tripper) überwiegend symptomlos verlaufen, sollte man sich daher routinemäßig mindestens einmal (bei mehr als 10 Sexpartnern in 12 Monaten besser zweimal) jährlich checken lassen. Hierzu müssen Abstriche aus Rachen und Enddarm und – bei Beschwerden wie Brennen oder Ausfluss – auch aus der Harnröhre genommen werden.

Wie wird die Infektion behandelt?

Eine Chlamydien-Infektion lässt sich in der Regel einfach und erfolgreich mit einem Antibiotikum innerhalb einer Woche auskurieren. Wie bei allen sexuell übertragbaren Erkrankungen, sollten die Partner mitbehandelt werden, da es andernfalls Ping-Pong Infektionen gibt, d.h. die Infektion wird hin und her übertragen. Tipp: Wird eine Chlamydien-Infektion festgestellt, sollte der Arzt die Proben auch auf Tripperbakterien und mögliche Resistenzen untersuchen, damit man gleich mit der richtigen Therapie starten kann.

Was ist mit Chlamydien und HIV?

Haben sich HIV-Negative eine Chlamydien Infektion eingefangen, können sie sich dann leichter mit HIV anstecken, weil die geschädigten Schleimhäute ihre Schutzfunktion verlieren. Haben sich HIV-Positive (ohne oder mit unzureichender Behandlung) mit Chlamydien angesteckt, kann sich HIV in den betroffenen Schleimhäuten anreichern: Das Ansteckungsrisiko für die Sexpartner steigt!

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