Socke & Schuss - Mit herzenslust bis in die Puppen!

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Dünnpfiff durch Sex?
Darmparasiten

Gibt's wirklich STIs, die Durchfall machen?

Gleich eine ganze Reihe von sexuell übertragbaren Infektionen führen zu mehr oder minder starken Durchfällen. So kann ein Durchfall beispielsweise auf eine frische HIVInfektion hinweisen oder eine Ansteckung mit Hepatitis A. Wahre Spezialisten in der Disziplin „ Den-Darm-Auf-LinksStülpen“ sind jedoch Erreger wie etwa Shigellen (Bakterien) oder Amöben und Giardien. Letztere zählen zu den „Urtierchen“ (Protozoen). Die von ihnen ausgelösten Durchfallerkrankungen unterscheiden sich meist deutlich von einer banalen Darmverstimmung: Bis zu 40-mal am Tag zwingt ein schwerer Verlauf auf den Porzellan-Thron. Begleitet werden die mitunter blutigen, schleimigen oder eitrigen Durchfälle häufig von Fieber, Erbrechen und schmerzhaften Bauchkrämpfen. Was derart im Gedärm herum-„rührt“ heißt dann dementsprechend auch im Volksmund so: „Ruhr“

Wie steckt man sich an?

Die Übertragungswege von Darmparasiten sind vielfältig. In den Körper kommen die Parasiten zum Beispiel auf direktem Wege beim Arschlecken, - dann wandern sie vom Mund in den Darm weiter. Möglich ist aber auch eine Ansteckung mit „Zwischenstopp“. Zum Beispiel wenn die Keime nach dem Fingern im Po, erst auf der Zigarette und mit der Kippe dann im Mund landen oder wenn der Kerl den man gerade bläst schon vorher einen anderen gefickt hat. Auch eine Übertragung von Po zu Po ist möglich: Wenn Dildos von Hinten zu Hintern wandern, reisen auch die Parasiten fröhlich mit. Dasselbe gilt, wenn man mehrere Männer hintereinander fingert, fickt oder fistet ohne vorher das Kondom oder die Handschuhe wechseln. Selbst beim Gruppenplanschen im schlampig gechlorten Whirlpool droht Ansteckungsgefahr, wenn die Erreger mit Wasserspritzern verschluckt werden.

Wie schützen?

Sauber bleiben! In Darkrooms, Saunen und auf Sexparties - falls möglich - öfter mal die Hände waschen, nicht mit anderen in „öffentliche“ Gleitmitteltöpfe greifen und Sextoys nicht teilen (oder vor dem Weitergeben ein frisches Kondom drüber rollen). Das reduziert zumindest schon mal das Risiko, denn einen wirklichen Schutz gibt es nicht. Wer akut unter Durchfällen leidet, kann ja mal überlegen ob die „Rimming-Night“ im Fetischlokal wirklich ein guter Ort zum Auskurieren ist …

Wie wird man die Ruhr wieder los?

Freiverkäufliches vom freundlichen Apotheker um die Ecke (etwa Loperamid) mag zwar die Symptome lindern. Aber anstatt die Erreger abzutöten, verzögern solche Mittel nur deren Ausscheidung. Die Folge: der Durchfall dauert länger, wird schlimmer und man gibt die Parasiten an andere weiter. Verschreibungspflichtige Medikamente vom Arzt des Vertrauens dagegen, killen die Keime binnen weniger Tage zuverlässig. Damit ist nicht nur der Durchfall passe´, sondern auch die Infektionskette durchbrochen!

Wie häufig kommt eine Ruhr vor?

An Rhein und Ruhr (und hier ist jetzt mal der Fluss gemeint) kommen Shigellen und Co. glücklicherweise nur selten vor. Trotzdem gibt es unter Schwulen alle zwei, drei Jahre regionale Ausbrüche mit 50 bis 80 Infizierten, vor allem in den Schwulenhochburgen und nach Großveranstaltungen. Die Dunkelziffer liegt aber wahrscheinlich bedeutend höher, da nur die wirklich dramatischen Fälle beim Arzt aufschlagen.

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