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Weißer Schnee und rotes Blut:
Hepatitis C

Hepatitis C – was ist das eigentlich?

Hepatitis C ist eine durch Viren verursachte Leberentzündung. Die Chance, dass eine unbehandelte Ansteckung spontan ausheilt, liegt bei maximal 25%. Das heißt, in drei von vier Fällen wird eine Hepatitis C chronisch und man bleibt dauerhaft ansteckend. Bei jedem Dritten verläuft die chronische Infektionen aggressiv: Sie können innerhalb von mehreren Jahren eine Leberzirrhose oder Leberkrebs entwickeln. Eine Hepatitis C ist in allen Stadien behandelbar. Gerade aber die Behandlung der chronischen Hepatitis ist kompliziert, langwierig, nebenwirkungsreich und nicht immer von Erfolg gekrönt. Dies gilt insbesondere dann, wenn man dauerhaft noch andere Medikamente - etwa gegen HIV - einnehmen muss.

Was sagen die Statistiken?

Die Neuansteckungen mit Hepatitis C haben sich deutschlandweit innerhalb der vergangenen 10 Jahre mehr als halbiert! Von diesem erfreulichen Abwärtstrend gibt es allerdings eine große Ausnahme: Bei schwulen Männern steigen die Zahlen geradezu dramatisch. Seit 2001 haben sich hier die jährlichen Neuansteckungen mehr als verzehnfacht. Betroffen sind vor allem HIV-positive Schwule. Schätzungen zur Folge trägt in Großstädten und Ballungszentren etwa jeder sechste positive schwule Mann auch das Hepatitis C-Virus in sich. Tendenz steigend!

Warum sind HIV-Positive besonders gefährdet?

Für ein durch HIV bereits angeschlagenes Immunsystem wird es deutlich schwieriger, auch noch Hepatitis C-Viren abzuwehren. Folglich stecken sich Positive leichter an und haben dann vermehrt Probleme, die Hepatitis C wieder quitt zu werden: Der Anteil chronischer Verläufe ist so noch zahlreicher, die Erkrankung schreitet rascher voran und es kommt öfter zu einem Leberversagen. Einen wichtigen Einfluss auf das Ansteckungsrisiko hat das so genannte Serosorting: Wer als HIV-Positiver hauptsächlich Sex mit ebenfalls Positiven hat, geht statistisch ein ungleich höheres Risiko ein, auf Sexpartner mit anderen übertragbaren Infektionen zu treffen - etwa einer Hepatitis C. Bei unbehandelten HIV-Positiven mit fortgeschrittener Immunschwäche steigt die Zahl der Hepatitis C-Viren im Blut, sie sind ansteckender.

Wie kann man sich anstecken?

Selbst wenn Sperma Hepatitis C-Viren in einer Menge enthalten kann, die theoretisch für eine Ansteckung ausreicht, gehen Mediziner heute davon aus, dass es vor allem durch Blutkontakte zu einer Übertragung kommt. Zu solchen Blutkontakten kommt es bei schwulen Männern meist im Rahmen „sexueller Geselligkeit“, etwa bei Sex der etwas härteren Gangart (Fisten! XXL-Dildos!) oder bei Gruppensessions. Fatalerweise reicht für die Übertragung schon eine winzige, meist gar nicht sichtbare Blutmenge aus. Selbst wer sich mittels Kondom und Handschuh vorbildlich schützt, kann die Infektion ungewollt weitertragen. Dann nämlich, wenn er zwar seinen Sexpartner, nicht aber die Handschuhe oder Kondome wechselt. Auch gemeinsam benutzte Gleitmitteltöpfe können Blutspuren (und somit Viren) enthalten und so unvermittelt zur Infektionsquelle werden. Ähnliches gilt für gemeinsam benutzte Sextoys, die von Hintern zu Hintern wandern. Last but not least birgt auch das gemeinsame Sniefen von Koks und Co. ein häufig unterschätztes Risiko. Gemeinsam mit dem Röhrchen kreisen auch die Erreger der Hepatitis C weiter. Die Schnupfdrogen werden neuerdings gerne mit Glassplittern gestreckt, um den „Durchknall-Effekt“ zu erhöhen. Die kleinen Verletzungen durch die Mikroscherben ermöglichen es der Droge, direkt ins Blut zu schießen – nicht selten mit den Hepatitis-Viren im unmittelbaren Gefolge.

Wie schützen?

Das „Weitergeben“ von Blut von Po zu Po (etwa wenn beim Gruppensex das Kondom nicht gewechselt wird), von Nase zu Nase (zum Beispiel wenn zum Sniefen derselbe Geldschein benutzt wird) oder über gemeinsame benutzte Gegenstände denen Blutreste anhaften (Peitschen, Dildos aber auch Rasierer und Zahnbürsten!), ist entscheidend für die Übertragung. Daher gilt: Jedem sein eigenes Ding! Gleitmitteltöpfe, Sextoys, Schnupfröhrchen u.ä. nicht teilen oder weiterreichen. Beim Rudelbums: Für jeden Partner unbedingt ein neues Kondom oder Handschuh überstreifen. Nach einer „Schönheits-OP“ im Intimbereich, also beispielsweise bei einer Beschneidung, einem neuen Piercing oder einer Feigwarzen-/ Hämorrhoidenbehandlung gilt es, den runderneuerten Teilen eine sexfreie Auszeit zu gönnen, bis alles ordnungsgemäß abgeheilt ist. Dies dauert manchmal bis zu zwei Monate und länger! Wer vorzeitig wieder aktiv wird, riskiert blutende Verletzungen. Durch diese Verletzungen können die Hepatitis-Viren ein- aber auch ausgeschleust werden.

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