Socke & Schuss - Mit herzenslust bis in die Puppen!

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Heute hier und morgen dort –
die Syphilis

Wie macht sich eine Ansteckung bemerkbar?

Die Syphilis ist tückisch, denn die Krankheitszeichen kommen und gehen. Unbehandelt verläu eine Syphilis typischerweise in drei Stadien. Für die Symptome gilt, was man von vielen GayRomeo-Profilen kennt: „Alles kann – Nichts muss“!

Stadium 1: Geschwür an der Eintrittsstelle

Wenige Wochen nach der Ansteckung entsteht an der Stelle, wo die Bakterien in den Körper eingedrungen sind, ein unscheinbares Knötchen. Das Knötchen kann an jeder Stelle des Körpers au reten, bevorzugt aber an der Eichel, der Vorhaut, im Mund, an den Lippen, am Po und Schließmuskel, im Enddarm oder an den Brustwarzen, - je nachdem welchen Sex man ha e. Ziemlich rasch verwandelt es sich in ein etwa münzgroßes Geschwür mit hartem Rand, das sich in die Haut frisst. Das in der Regel schmerzlose Geschwür sondert bei Reibung und Druck eine klare hoch ansteckende Flüssigkeit ab. Nach einigen Wochen verschwindet das Geschwür (der so genannte „Primäraffekt“) von selbst wieder. Die Syphilis aber bleibt. Meistens bleibt sie auch unbemerkt.

Stadium 2: Krankheitsgefühl und Hautveränderungen

Wenn das Geschwür verschwunden ist, haben sich die Syphilis-Bakterien bereits überall im Körper breit gemacht. Von dort aus senden sie Warnzeichen, die aber ebenfalls wieder verschwinden, zum Beispiel Müdigkeit und Schlappheit, leichtes Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen und geschwollene Lymphknoten. Typisch ist ein rötlicher, meist fleckiger, nicht juckender Ausschlag, der am Rumpf au ri und auch Hand- und Fußsohlen befällt. Am Schwanz oder am Hintern treten häufig nässende, Feigwarzen-ähnliche Gebilde auf, manchmal fallen stellenweise die Kop aare aus. Dieses 2. Stadium kann – mit mehreren Krankheitsschüben – über Jahre andauern.

Stadium 3: „Blind, taub & dumm” / Organschäden

Ohne Behandlung geht die Syphilis nach mehreren Jahren o in ein 3. Stadium über, das zu schweren, lebensbedrohenden Schäden an inneren Organen führt. Betroffen sind vor allem Blutgefäße, das Herz sowie das zentrale Nervensystem. Die Nervenschäden können zu Lähmungen, Blind- und Taubheit führen. Ist das Gehirn befallen, kommt es zu geis em Verfall und zu sogenanntem „syphili schem Wahnsinn“. Typisch für dieses Stadium sind große gummiar e verhärtete Knoten auf der Haut, die au rechen und das umgebende Gewebe zerstören. Späte Syphilisstadien kommen heute allerdings nur noch selten vor.

Wie steckt man sich an?

Die Syphilis ist sehr ansteckend, besonders das Geschwür des 1. Stadiums. Sie kann beim Blasen und beim Geblasenwerden übertragen werden, beim Ficken und beim Geficktwerden, beim Arschlecken, beim gemeinsamen Gebrauch von Dildos, beim Fisten und sogar beim intensiven Küssen. Ansteckend sind alle nässenden Stellen, zu denen es bei der Krankheit kommt (und die man o nicht bemerkt, beispielsweise weil sie im Mund und im Darm sitzen oder weil man gerade im Darkroom „herumfummelt“), im 2. Stadium auch das Blut. Für die Ansteckung reichen schon wenige Bakterien aus, die über kleine, o nicht sichtbare Verletzungen in die Schleimhaut oder Haut gelangen. Daher ist das Ansteckungsrisiko erhöht, wenn man sich erst kurz vor dem Sex mit dem Nassrasierer „sch risch“ gemacht hat oder allzu ruppig an In cings herumgezerrt wird.

Wie kann man sich schützen?

Aufgrund der vielfäl gen Übertragungswege, bieten Kondome und Safer Sex nur einen geringen Schutz. Daher sind Rou ne-Checks und Behandlung besonders wich g: Männer, die häufig Sex mit wechselnden Partnern haben, sollten sich regelmäßig (zum Beispiel zweimal jährlich) auf Syphilis untersuchen lassen.

Eine einmal durchgemachte Syphilis bietet (anders als zum Beispiel eine Hepa s A) keinen Schutz vor einer neuen Ansteckung. Mit einer Syphilis kann man sich immer wieder anstecken.

Wie wird eine Ansteckung festgestellt?

Da das Erstgeschwür häufig übersehen wird und die Symptome späterer Phasen wenig eindeu sind (…und meist von Phasen ohne Krankheitszeichen unterbrochen werden!), wird eine Syphilis meist über einen Blu est erkannt. Schlägt der erste Suchtest Alarm, müssen weitere Tests zur Bestä ung gemacht werden: Der Suchtest kann nämlich eine „frische“ nicht von früheren, auch erfolgreich behandelten, Ansteckungen unterscheiden. Ein solcher Suchtest steht mi lerweile auch als Schnelltest zur Verfügung. Das Ergebnis kann bereits nach einer halben Stunde mitgeteilt werden. Allerdings macht so ein Suchtest Herzenslust e-learning Syphilis [2] Heute hier und morgen dort – die Syphilis nur Sinn, wenn man vorher noch keine Syphilis durchgemacht hat. Ansonsten würde der Suchtest immer anschlagen.

Wie wird die Syphilis behandelt?

Auch wenn etwa ein Drittel der Syphilisansteckungen in Stadium 1 und 2 spontan ausheilen können, sollte man sich nicht zu sehr auf die Selbstheilungskräfte des Körpers verlassen. Der Arzt rückt einer Syphilis mit Penicillin zu Leibe. Das Antibiotikum tötet die Erreger zuverlässig ab: Mit einer Spritze in jede Pobacke ist eine früh erkannte Syphilis meist schon nach wenigen Tagen auskuriert. Tabletten erfreuen sich bei Patient und Arzt gleichermaßen wachsender Beliebtheit, sind aber bestenfalls „zweite Wahl“.

Eine Syphilis ist in jedem Stadium behandelbar. Die Organschäden im 3. Stadium können aber nicht mehr rückgängig gemacht werden. Eine spät erkannte Syphilis muss deutlich länger behandelt werden (in der Regel mindestens drei Wochen). Früherkennung lohnt sich also!

Der Erfolg der Behandlung wird durch erneute Bluttests kontrolliert.

Es ist ratsam so viele Sexpartner wie möglich zu informieren, damit auch sie sich untersuchen und gegebenenfalls behandeln lassen können!

Was ist mit HIV und Syphilis

Bei HIV-Positiven kann die Syphilis schneller und schwerer verlaufen und muss intensiver kontrolliert und behandelt werden. Wer HIV-positiv ist, sollte daher den Arzt auf die HIV-Infektion aufmerksam machen.

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