Socke & Schuss - Mit herzenslust bis in die Puppen!

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Wenn‘s beim pissen heiß hergeht:
Der Tripper

Wie bemerke ich einen Tripper?

Brennende Schmerzen beim Wasserlassen („... als würde man Glasscherben pinkeln!“) und aus dem besten Stück tropft milchig trüb bis gelb der Eiter, - das ist das klassische Bild, das viele mit dem Tripper verbinden. Was nur Wenige wissen: Eine Gonorrhö (so die medizinische Bezeichnung des „Tropfers“) kann nicht nur die Harnröhre befallen. Die Tripper-Bakterien können sich an fast allen Schleimhäuten festsetzen und zu den unterschiedlichsten Symptomen führen. Schätzungsweise jede dritte Ansteckung bleibt bei schwulen Männern unentdeckt. Sei es weil kaum Beschwerden auftreten oder weil die Krankheitszeichen fehlgedeutet werden. So etwa bei einem „Rachentripper“, der sich (wenn überhaupt) durch Schluckbeschwerden oder wie eine leichte Halsentzündung äußert. Ist der Enddarm befallen, stehen Jucken und Brennen im Vordergrund, seltener sind auch schleimig-eitrige Stuhlbeimengungen zu entdecken. Werden die Keime verschleppt, kann sich die Bindehaut der Augen entzünden, was zu tränendem Juckreiz, Rötung oder geschwollenen Augenlidern führt.

Kann man sich wirklich so leicht anstecken?

Die Tripper-Bakterien sind gegenüber Temperaturveränderungen und Austrocknung äußerst empfindlich, so dass man sich nur über direkte Schleimhautkontakte oder den eitrigen Ausfluss anstecken kann (… und nicht wirklich über die Klobrille!). Trotzdem gilt die Gonorrhö als äußerst ansteckend: Statistisch werden die Erreger bei jedem zweiten Sex mit einer infizierten Person weitergegeben. Und das nicht nur beim Poppen, sondern auch beim Blasen, beim Lecken oder über die Hände (beispielsweise beim gegenseitigen Wichsen) sowie über gemeinsam benutzte Sextoys.

Wie wird ein Tripper behandelt

Die Erkrankung gilt in Zeiten der Antibiotikatherapie als banal: Schon mit wenigen Tabletten oder einer einmaligen Spritze lässt sich dem triefenden Elend ein Ende bereiten. Doch in den letzten Jahren mehren sich die resistenten Keime, nicht zuletzt durch den allzu sorglosen Umgang mit den Bakterienkillern. Im Jahr 2011 sorgte beispielsweise ein „Superkeim“ aus Japan für Schlagzeilen, gegen den alle bekannten Antibiotika unwirksam waren. 2012 schlugen die Österreicher Alarm: Im Alpenländle tauchte urplötzlich ein Stamm auf, der durch die aktuellen, europaweit empfohlenen Standardtherapien nicht mehr auszubremsen ist. Überdies sind nicht bei jedem Ausfluss TripperBakterien am Werk. Häufig - und besonders bei schwulen Männern - gehen die eitrigen Entzündungen auch auf andere Keime zurück: Sogenannte Chlamydien oder Ureaplasmen können alternativ oder gleichzeitig übertragen werden. Um gleich mit einer wirksamen Therapie zu starten, sollte daher alle Beschwerden rund um Schwanz und Po vorher vom Arzt mittels Abstrich abgeklärt werden.

Wie kann ich mich schützen?

Da ein Tripper auch beim gegenseitigen Wichsen, Blasen und Lecken übertragen wird, schützen Kondome nur bedingt. Aufgrund der meist milden oder völlig fehlenden Beschwerden (vor allem wenn der Rachen oder der Enddarm betroffen sind) bleibt die Ansteckung häufig unentdeckt und wird unbemerkt weitergegeben. Für Männer mit wechselnden (Sex-)Partnern bietet deshalb nur ein routinemäßiger Check auf Tripper und andere sexuell übertragbare Erkrankungen (Chlamydien! Syphilis!) einen „Schutz“! Hierbei sollten unbedingt Abstriche der Rachen- und Analschleimhäute gemacht werden, da sich einige Erreger nicht durch einen Bluttest nachweisen lassen. Um zu vermeiden, dass man sich wie beim Ping-Pong die Erreger immer wieder gegenseitig zuspielt, sollten die sich die Sexpartner ebenfalls untersuchen und behandeln lassen.

Was ist mit HIV und Tripper

Negative können sich während einer Tripper-Erkrankung leichter mit HIV anstecken, da die Schleimhäute durch die Entzündung durchlässiger werden. Bei Positiven, die sich einen Tripper eingefangen haben, ist das Risiko einer HIV- Übertragung deutlich erhöht: Zum einen wandern Abwehrzellen die HIV enthalten in die entzündeten Schleimhäute ein, zum anderen kann auch der eitrige Ausfluss große Mengen HIV enthalten.

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