Socke & Schuss - Mit herzenslust bis in die Puppen!

Socke & Schuss - Mit herzenslust bis in die Puppen!

Wie alles begann ...

Handbetrieb war angesagt! Hoch und runter! Ordentlich nass musste es sein! Man war regelrecht aufgeregt, wann es einen traf. Wann näherte sich die suchende Hand, tastete und berührte? Endlich war es wieder soweit! Dieses Zupacken! Dieser Wille! Man konnte da wirklich nur von Flachlegen, im wahrsten Sinne des Wortes reden. Und wieder: hoch und runter. Das kribbelte! Überall! Am Rücken, seitlich, oben und untenrum! Dann ging es von hinten weiter und alle Berührungen waren noch intensiver. Eine wahnsinnige Mischung aus Druck, liebevoller Zuwendung und doch zielführender Dominanz! So muss sie gewesen sein, die gute alte Zeit auf dem Waschbrett!

Heute ist das alles viel technischer, eher nüchtern. Vor allem durcheinander, wenn du anonym als einer von vielen in diese Waschmaschinen geschmissen wirst. Klappe auf, Wasser marsch, Pulver schäumt, Trommel dreht und der Schleudergang rotiert. In einem Haufen klammer Klamotten kannst du froh sein, wenn du als Fußüberzieher von heute überhaupt deinen Partner wiederfindest. Und so nahm das Schicksal seinen Lauf. Nicht das es schon tragisch genug war, dass Schuss mir einsam im Vorspülgang über den Weg lief. Mutterseelenallein war er nach dem vorherigen Waschgang übrig geblieben. An oberster Stelle der Trommel klebend hatte man ihn einfach vergessen! Dieser Waschgang sollte uns also unwiderruflich zusammenführen.

WaschmaschineEin schwieriger Typ dieser Schuss, hysterisch fluchend schoss er von Anfang an scharf und wickelte sich um meine Ferse. Das gefiel meinem damaligen Freund so gar nicht und er keifte im Schleudergang was das Zeug hielt. War ich noch im ersten Moment von seinem eifersüchtigen Verhalten peinlich berührt, löste das letzte Bild, das ich von ihm in Erinnerung behalten sollte, tuntigstes Entsetzen aus: Mein Partner verschwand bis zur Unendlichkeit verdreht im Schlitz zwischen Trommel und Bottich. Wie ich später erfahren sollte, ein nicht unübliches Schicksal. So hatte ich auf einmal eine Single-Socke am Hacken und war doch gerade selber eine geworden.
Eine groteske Situation: Sauber, aber allein. Rein, aber einsam. Nur so kann ich mir erklären, warum wir diese emotionale Zweckgemeinschaft eingegangen sind. Guten Tag, ich heiße Socke und ich bin schwul. Schuss übrigens auch. So stockschwul, wie Socken halt sein können.